Adonia Musical
Adonia-Musical TREFFPUNKT BRUNNEN
Volles Haus und tolle Stimmung – in der Mehrzweckhalle Creglingen wurde mit „Treffpunkt: Brunnen. Jesus und die Frau aus Samarien“ das aktuelle Adonia-Musical aufgeführt. Veranstalter waren das Evangelische Jugendwerk Weikersheim, die Apis Creglingen und die evangelischen Kirchengemeinden Finsterlohr und Braunecker Land. Die beeindruckende Leistung der Jugendlichen wurde mit tosendem Applaus bedacht.
Adonia e.V. ist ein Verein mit Sitz in Karlsruhe. Seit 25 Jahren organisiert er Musical-Camps für Kinder und Jugendliche. Deutschlandweit finden inzwischen jedes Jahr über 75 solcher Camps statt. Am Ende eines Camps steht dann die Aufführung des Musicals an vier verschiedenen Orten. Dahinter steckt viel Leidenschaft, harte Arbeit, eine gute Organisation und viel Gottvertrauen. Es ist eine intensive, mitunter auch stressige Zeit. Aber die Jugendlichen nehmen das gerne auf sich. Unter den 70 Jugendlichen aus dem Raum Heilbronn-Franken, die das Musical in Creglingen auf die Bühne brachten, ist Deborah ein „alter Hase“. Schon zum achten Mal ist sie mit dabei. Rechtzeitig anmelden ist wichtig. Sonst landet man auf der Warteliste. Zwei Monate vor der Aufführung bekommt Deborah, wie die anderen Jugendlichen, die Lieder und weiteres Material zur Vorbereitung zugeschickt. Am Ostersonntag treffen sich dann alle Beteiligten zu drei intensiven Probetagen in einem Freizeitheim bei Rot am See. Die Choreografie muss einstudiert werden, die Dialoge geübt, die Lieder gesungen. Bei der Aufführung hat schließlich keiner ein Liedblatt in der Hand. Alles wird auswendig vorgetragen.
Nach den Probetagen geht es am Mittwoch los nach Creglingen zum ersten Auftritt. Bei der Generalprobe dann noch kurze Aufregung. Weil etwas nicht klappt, muss diese abgebrochen und neu begonnen werden. Ob bei der Aufführung alles reibungslos über die Bühne gehen wird? Ab 18:30 Uhr füllt sich nach und nach die Halle. Eine Stunde später sind fast alle Plätze besetzt und das Musical beginnt. Eine Schulglocke ertönt. Singend betreten die Jugendlichen nach und nach die anfangs leere Bühne. Neben dem Podest für die Sänger besteht das Bühnenbild zunächst nur aus einer Toilette. Schnell wird klar, dass es sich um eine Schulszene handelt. Jeder möchte dazugehören. Keiner möchte im Abseits stehen. Aber mancher gehört eben doch nicht dazu. Deborah spielt ein Mädchen, über das die anderen sagen „du bist komisch, ist doch logisch. Du bist einfach du und gehörst hier nicht dazu.“ Auf der Schultoilette wird sie von drei anderen Mädchen gemobbt, ihre Wasserflasche wird ausgeschüttet. Allein und weinend bleibt sie zurück.
Was sich dann vor den Augen und Ohren der Zuschauer in der nächsten Stunde entfaltet, ist eine gekonnte Verknüpfung dieser Erfahrung des Ausgegrenztseins mit der biblischen Erzählung von der Begegnung Jesu mit einer samaritanischen Frau an einem Brunnen (Johannes 4,1-42). Auch diese Frau wird von den Menschen um sie herum ausgegrenzt und verachtet. Doch die Begegnung mit Jesus verändert alles. Plötzlich ist da einer, der sie kennt und nicht verurteilt, sondern echte Wertschätzung schenkt. Es ist, als ob Jesus der Frau lebendiges Wasser gibt, um ihren Lebensdurst zu stillen. Aus dieser alten Geschichte schöpft auch das Mädchen auf der Schultoilette neuen Mut. Sie spürt eine Veränderung, die sie selbst nicht fassen kann. „Dieses Lachen und diese Freude! Wie kann das nur sein? Nur ein Augenblick und es ist alles neu.“ Am Ende verlässt sie die Schultoilette verändert. Lebendiges Wasser kann man an ungewöhnlichen Orten finden. Für die Zuschauer ist es ein toller Abend. Unglaublich, was die Jugendlichen im Chor, als Solisten, in der Band, als Tänzer und Schauspieler für eine Leistung zeigen. Den tosenden Applaus haben sie sich verdient. Auch Deborah ist glücklich, dass alles so gut funktioniert hat. Zusammen mit Clara, Lotta und Julika fährt sie mit ihrer Gastfamilie ins Übernachtungsquartier. Am nächsten Morgen bekommen alle noch ein Proviantpaket mit auf den Weg. Um 9 Uhr ist Treffpunkt, dann geht es schon weiter zum nächsten Aufführungsort.
Text und Bilder Matthias Haas
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